Dienststelle für Personen mit Behinderung

 
 
 
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2003 das Europäische Jahr der Menschen mit Behinderung
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Formen der Behinderung

Wer benötigt Zugänglichkeit, ein Thema, dass uns alle angeht?

  • Die körperlichbehinderten Personen wie Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte
  • Die sensorisch Behinderten wie sehbehinderte, blinde, 
  • hörgeschädigte und taube Personen
  • Die geistigbehinderten Personen
  • Die alten und betagten Personen
  • Personen mit eingeschränkter Mobilität und Kurzzeit-behinderte.

Diese Personengruppe setzt sich auch Menschen zusammen die keine oder eine vorübergehende Behinderung haben. So verstehen wir unter Personen mit eingeschränkter Mobilität Menschen die ein Paket tragen, Schwangere Frauen, Personen die einen Karren schieben oder drücken (Mütter mit Kinderwagen, Person mit Einkaufscaddy oder ñWagen, Postbote mit Postkarre, Lieferanten mit Palettenhebern oder Sackkarren...) Unter Kurzeitbehinderte verstehen wir den Personenkreis, welcher für eine kürzere Zeit in der Mobilität eingeschränkt ist,wie Person mit Gipsbein welche auf Krücken oder einen Rollstuhl angewiesen sind, Personen mit einem Arm in Gips...

Sie haben die gleichen Bedürfnisse an Zugänglichkeit wie  Personen mit einer Behinderung.

Querschnittlähmung (Para-,Tetraplegie)
Symptome Massnahmen
Schädigung des Rückenmarks,
resultierend aus angeborener Fehlbildung, Krankheit oder Verletzung (Unfall) mit der Folge einer motorischen, sensiblen und vegetativen  Lähmung vom betroffenen Segment abwärts.
Behindertengerechte, für Rollstuhl-benutzer geeignete Wohnung mit sorgfältiger Ausstattung des Sanitär-bereiches.
Meningomyelocele, (Spina-Bifida)
Symptome Massnahmen

Hemmungsbildung der Wirbelsäule vollständige oder teilweise Bewegungs- und Empfindungsstörung sowie Ausfall der Schließmuskelbeherrschung des Darms und der Blase (wird auch angeborene Querschnittlähmung genannt) 

Behindertengerechte, für Rollstuhl-benutzer geeignete Wohnung mit sorgfältiger Ausstattung des Sanitär-bereiches.
Spinale Kinderlähmung (Poliomyelitis)
Symptome Massnahmen
Infektionskrankheit Sensibilität bleibt im Gegensatz zurQuerschnittlähmung           erhalten Behindertengerechte, für Rollstuhl-benutzer geeignete Wohnung mit sorgfältiger Ausstattung des Sanitär-bereiches.
Muskelerkrankung/Muskelschwund
Symptome Massnahmen
Genetisch bedingte Schädigung der Muskel-tätigkeit, die bis zum Verlust der Muskeltätigkeit und zur Bewegungsunfähigkeit führt. Hauptsächlich Jungen sind betroffen.Verformung der Wirbelsäule.Gehschwäche. Muskelschwund.

Gleichmäßige Raumtemperatur, behindertengerechte Ausstattung, Hebeanlagen, automatische Türöffner. Armaturen mit automatischen Funktionen sind in den meisten Fällen erforderlich.

Multiple Sklerose (MS)
Symptome Massnahmen

Eine chronisch progressive Erkrankung des Zentral-nervensystems. Kein einheit-liches Krankheitsbild.Gehirn und Rückenmark sind betroffen. Betroffen sind fast ausschließlich junge Menschen.Teilweise Lähmung der Beine, des Rumpfes und der Arme. Betroffene sind häufig auf den Rollstuhl angewiesen. Greiffähigkeit und Reichweite sind betroffen.

Die Wohnung sollte rollstuhlgängig sein, da der Krankheitsverlauf eine schwere Behinderung zur Folge hat. Des weiteren sind Schutz vor thermischen Reizen und vor Nässe besonders vorzusehen.

Amyotrophische Lateralsklerose (ALS)
Symptome Massnahmen
Chronische Muskel-erkrankung. Im fortge-schrittenen Stadium ist der Patient auf den Rollstuhl angewiesen. Die Greiffähigkeit ist häufig eingeschränkt.Die Betroffenen sind auf tägliche Pflege angewiesen.

Gleichmäßige Raumtemperatur, behindertengerechte Ausstattung, Hebeanlagen, automatische Türöffner. Armaturen mit automatischen Funktionen sind in den meisten Fällen erforderlich.

Morbuns Parkinson
Symptome Massnahmen
Chronische Gehirnerkrankung. Im fortgeschrittenen Stadium ist der Patient auf den Rollstuhl angewiesen. Die Greiffähigkeit ist häufig eingeschränkt.Die Betroffenen sind auf tägliche Pflege angewiesen.

Behindertengerechte, für Rollstuhl-benutzer geeignete Wohnung mit sorgfältiger Ausstattung des Sanitär-bereiches.

Schlaganfall und andere Hirnschädigungen
Symptome Massnahmen
Häufige einseitige Gesichts-muskellähmung,unterschiedlich ausgeprägte, schlaffe Halb-seitenlähmung. Seh- und Sprachstörungen. Spastische Lähmungen. Der Patient ist je nach Umfang derSchädigung auf die Versorgung mit ortho- pädischen Schuhen,Gehhilfen oder auf den Rollstuhl angewiesen. Zusätzlich ist der Greifbereich der Betroffenen mehr oder minder einge-schränkt. Der Verlust oder die Fehlbildung der oberen Extre-mitäten führt zu Störungen in den Greif- und Haltefunktionen sowie in Abstütz- und Aus-gleichsbewegungen. Berücksichtigung des verbliebenen Greifradius. Vermeidung von Gefahrenquellen innerhalb der Wohnung. Armaturen, Schalter, Öffner so gestalten, dass sie mit einer Hand betätigt werden können. Rutschfeste Unterlagen. Es müssen alle Stolperstellen entfernt  werden.
Behindertengerechte, für Rollstuhl-benutzer geeignete Wohnung mit sorgfältiger Ausstattung des Sanitär-bereiches für gehbehinderte Personen oder Rollstuhlfahrer. Halte- und Stütz-möglichkeiten im Sanitärbereich.
Rheuma, Arthritis (Entzündung), Arthrose (Verschleiss)
Symptome Massnahmen
a) Entzündliches Rheuma fortlaufende Entzündung der Gelenke. derWirbelsäule, des gesamten Organismus. Am häufigsten sind Finger-, Hand-, Fuss- und Kniegelenke betroffen; imfortgeschrittenen Stadium kann es zurvölligen Versteifung derWirbelsäule kommen
b) Degenerativer Rheumatismus Entsteht durch Über- und Fehlbelastungen, schmerzhafte Bewegungseinschränkungen
c) Extraartikularer Rheumatismus Entsteht häufig durch einseitige Belastung.Steifigkeit einzelner Muskelgruppen
Einfach bedienbare Griffe und Armaturen sollten vorhanden sein, Vermeiden von Stufen und Treppen.
Behindertengerechte, für Rollstuhl-benutzer geeignete Wohnung mit sorgfältiger Ausstattung des Sanitär-bereiches für gehbehinderte Personen oder Rollstuhlfahrer. Halte- und Stütz-möglichkeiten im Sanitärbereich.
Vermeidung von Kanten und scharfkantigen Armaturen. Leichtgängige Türen und Fenster, Treppen und Auskragungen, extra Geländer, Handläufe an Fluren, Arbeitsbereiche unterfahrbar.
Hüftversteifung
Symptome Massnahmen
Ein- oder beidseitige Bewegungseinschrängkung in Folge von chronischen Abnutzungserscheinungen oder Hüftverrenkung. Möglichst stufenlose Wohnung. Vermeiden von Treppen, im Sanitärbereich WC höhen verstellbar, Wanne mit Einstieggriffen versehen.
Osteoporose
Symptome Massnahmen

Schwund der festen Knochen-masse, der im Altersprozess auftritt, kann krankhaft bei Entzündungen z.B. der Wirbelsäule auftreten.

Es müssen alle Stolperstellen entfernt und alle kanten und Ecken entschärft werden z.B. durch Abpolsterungen, da Knochenbrüche sehr leicht schon bei weniger heftigen Berührungen auftreten können.
Kleinwuchs
Symptome Massnahmen
Angeborene Aufbaustörung des Skeletts. Die Beeinträchtigung besteht in der Körpergröße.

Gebäudeeinrichtungen sind nicht auf die Körpergröße Kleinwüchsiger abgestimmt. Daher ist eine ange-
paßte Ausstattung notwendig.

Geistige Behinderung
Symptome Massnahmen
Je nach Schweregrad wird eine unterschiedlich hohe Selbst-ständigkeit erreicht, meist jedoch nicht ohne Fremdhilfe. Zusammen mit der geistigen Behinderung können zusätzlich körperliche Einschränkungen auftreten. Sie können geschriebene Informationen nicht verstehen. Sie sind auf Bilder und Piktogramme angewiesen. Vermeidung von Gefahrenquellen innerhalb der Wohnung. Halte- und Stützmöglichkeiten im Sanitärbereich. Liegen zum Säubern, genügend Platz für Essenshilfen.
Gut erkenntliche und einfache Bildersprache
Einschränkung der Sehfähigkeit, Farbenblindheit, Blindheit
Symptome Massnahmen
Die Orientierung erfolgt bei eingeschränkter Sehfähigkeit bis zur Blindheit vermehrt über akustische Signale. Eine Reiz-aufnahme erfolgt über Gehör- und Tastsinn, bei Farben-blindheit über die Unter-scheidung der Helligkeitsgrade.

Soweit noch Sehfähigkeit vorhanden ist, muss eine gute Ausleuchtung gewährleistetet sein, insbesondere
der Treppen, Durchgänge und Flure. Kontrastfarben erleichtern die Orientierung, keine spiegelnden Untergründe, Unterstützung mit akustischen Zeichen

Einschränkungen der Hörfähigkeit, Schwerhörigkeit, Taubheit
Symptome Massnahmen
Soweit die Hörschädigung noch nicht vorangeschritten ist, sind Hörgeräte in der Lage, die Ein-schränkungen zu kompen-sieren. Sonst müssen Signal-geber umprogrammiert werden zur Aufnahme der Reize über den Tastsinn bzw. über Licht-reize. Leuchtsignale in den Zimmern für Türöffner und Telefone. In der Küche optische Signale der Geräte. Verbesserung der Sichtkontakte.

Im Alter können folgende Probleme zu Behinderung führen:

Organ / System mögliche Probleme Anforderungen an Wohnraum
Herz

verminderte Leistungsfähigkeit bei körperlicher Belastung

Steigungen, Treppen, Rampen etc. alten- bzw. behindertengerecht, Erholungsmöglichkeiten

Lunge abnehmender Luftaustausch erhöhter Frischluftbedarf, gute Luft- und Umwelt-qualität

Muskulatur,

Gelenke
nachlassende Funktionstüchtigkeit Fusswege, Höhen-unterschiede, Aktionsradius, Erholungs-möglichkeiten
Augen Einschränkung des Sehfeldes, Weitsichtigkeit, geringere Adaptationsfähigkeit Beschriftungen, Symbole etc., Beleuchtung, Lichtschwankungen, Orientierbarkeit
Ohren Altersschwerhörigkeit, Abnahme der oberen Hörgrenze, Verschlechterung des Sprachgehörs Türglocken, Sprechanlagen
Gehirn

abbauendes Gedächtnis, Konzentrations-, Anpassungs- und Kontaktfähigkeit,
Raum und Tastsinn

Orientierungshilfen, Kennzeichnungen, Räumlichkeit, Kommunikationsmöglichkeiten
Gesamt Labile Gesundheit, schwächeres Reaktionsvermögen, verstärkte Unfall-gefährdung Betreuungs- und Pflegemöglichkeiten, Sicherheitsmassnahmen


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