München und Salzburg statt Brügge und Antwerpen

Auf zu neuen Ufern: Künftige Gegner der Roller Bulls kommen aus Deutschland, Luxemburg und Österreich
St.Vith. „Wir möchten uns sportlich weiter entwickeln. Daher ist unser Anschluss an die 2. Bundesliga Süd nur folgerichtig“, erklärt Guido Faber, Vorstandsmitglied des Rollstuhl-Baketballclubs Roller Bulls St.Vith.
Ab der kommenden Saison treffen die beliebten Roller Bulls dann auf Gegner wie München, Salzburg, Ravensburg, Luxemburg, Heidelberg, Gotha und Koblenz.„Dieser Schritt hat ausschließlich sportliche Gründe. Immer mehr belgische Clubs lösen sich auf, so dass wir immer gegen dieselben drei oder vier Clubs wie Brügge, Antwerpen und Hasselt spielen müssten“, sagte Stefan Veithen, Spielmacher der Roller Bulls, bei der Vorstellung der Pläne für die Saison 2008/2009 im Sport- und Freizeitzentrum (SFZ) in St.Vith. Zudem sei die fehlende Spannung in der belgischen Meisterschaft und im Landespokal ein weiterer Grund, sich sportlich neu zu orientieren: „Wir möchten uns sportlich verbessern, dazu ist diese Entscheidung in den letzten Wochen und Monaten gereift“, sagt Vorstandsmitglied Felix Arens. Und Marc Jonniaux, dienstältester Spieler der Roller Bulls, ergänzt: „Unser phantastisches Publikum verdient großen Sport und starke Gegner. Das Spielniveau wird mit den neuen Gegnern sicherlich steigen.“
Zur Teilnahme an der deutschen Bundesliga war die Gründung eines eingetragenen Vereins (e.V.) nötig: „Somit haben wir nun einen Verein, die Roller Bulls St.Vith, mit zwei juristischen Strukturen: einer belgischen VoG sowie einem deutschen e.V.“, so Felix Arens.
Um die Kosten aufgrund der weiten Auswärtsfahrten so gering wie möglich zu halten, werden die Roller Bulls Spiele möglichst kombinieren: „Treten wir in München an, so werden wir tagsdrauf in Salzburg ein weiteres Spiel bestreiten“, sagt der frisch gebackene Europameister Christophe Paasch. Vor wenigen Wochen haben die fünf Nationalspieler der Roller Bulls in der Schweiz mit dem Gewinn der B-Europameisterschaft den Aufstieg in die A-Gruppe perfekt gemacht.
Trotz der Mehrkosten wollen die Roller Bulls an ihrem Konzept des freien Eintritts bei Heimspielen festhalten: „Das sind wir unseren Fans ganz einfach schuldig“, verspricht Guido Faber.
In den Augen von Vize-Ministerpräsident Bernd Gentges sind die Roller Bulls ein „toller Werbeträger und Botschafter für die DG“. Durch die Auswärtsspiele in Deutschland, Luxemburg und Österreich werde die Deutschsprachige Gemeinschaft sicherlich bekannter werden: „Ich wünsche den Roller Bulls viel Glück und Mut, das neue Wagnis erfolgreich zu bestreiten“, sagte Sozialminister Bernd Gentges.
Mit den beiden Ostbelgiern Manuel Klauser (Rodt) und Pascal Fickers (Büllingen) konnten zwei neue Spieler für den Rollstuhl-Basketball begeistert werden: "Beide sind seit einigen Wochen regelmäßig im Training und werden peu à peu an die erste Mannschaft herangeführt", erklärt Stefan Veithen. Momentan gehören die beiden zur neu gegründeten zweiten Garnitur, in der auch Spieler zum Einsatz kommen, die aufgrund ihrer schwächeren Spielstärke in der Vergangenheit nur sehr selten zum Einsatz kamen. Die zweite Mannschaft werde allerdings nicht an der regulären Meisterschaft teilnehmen, sondern Freundschaftsspiele gegen belgische Mannschaften austragen.
Weitere Informationen und Spieltermine auf der Webseite www.rollerbulls.be |