Dienststelle für Personen mit Behinderung

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Formen der Behinderung


Wer benötigt Zugänglichkeit, ein Thema, das uns alle angeht?

  • Die körperlich behinderten Personen wie Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte
  • Die sensorisch behinderten Menschen (Sehbehinderte, Blinde) 
  • hörgeschädigte und taube Personen
  • Die geistig behinderten Personen
  • Die älteren und betagten Personen
  • Personen mit eingeschränkter Mobilität und Kurzzeit-Behinderte

Diese Personengruppe setzt sich aus Menschen zusammen, die keine oder eine vorübergehende Behinderung haben. So verstehen wir unter Personen mit eingeschränkter Mobilität Menschen, die ein Paket tragen, schwangere Frauen oder Personen, die einen Karren schieben oder drücken (Mütter mit Kinderwagen, Person mit Einkaufswagen, Postbote mit Postkarren, Lieferanten mit Palettenhebern oder Sackkarren, etc.).
Unter Kurzzeit behinderten Menschen verstehen wir den Personenkreis, der für eine kürzere Zeit in der Mobilität eingeschränkt ist: Person mit Gipsbein, die auf Krücken oder einen Rollstuhl angewiesen ist, Personen mit einem Arm in Gips, etc.

Diese so genannten Kurzzeit-Behinderten haben die gleichen Bedürfnisse nach Zugänglichkeit wie alle anderen Personen mit einer Behinderung.

Querschnittlähmung (Para-,Tetraplegie)
Symptome Maßnahmen
Schädigung des Rückenmarks,
resultierend aus angeborener Fehlbildung, Krankheit oder Verletzung (Unfall) mit der Folge einer motorischen, sensiblen und vegetativen Lähmung vom betroffenen Segment abwärts.
Behindertengerechte, für Rollstuhl-Benutzer geeignete Wohnung mit sorgfältiger Ausstattung des Sanitärbereiches.
Meningomyelocele, (Spina-Bifida)
Symptome Maßnahmen

Hemmungsbildung der Wirbelsäule vollständige oder teilweise Bewegungs- und Empfindungsstörung sowie Ausfall der Schließmuskelbeherrschung des Darms und der Blase (wird auch angeborene Querschnittlähmung genannt).

Behindertengerechte, für Rollstuhl-Benutzer geeignete Wohnung mit sorgfältiger Ausstattung des Sanitärbereiches.
Spinale Kinderlähmung (Poliomyelitis)
Symptome Maßnahmen
Infektionskrankheit, Sensibilität bleibt im Gegensatz zur Querschnittlähmung erhalten. Behindertengerechte, für Rollstuhl-Benutzer geeignete Wohnung mit sorgfältiger Ausstattung des Sanitär-bereiches.
Muskelerkrankung/Muskelschwund
Symptome Maßnahmen
Genetisch bedingte Schädigung der Muskeltätigkeit, die bis zum Verlust der Muskeltätigkeit und zur Bewegungsunfähigkeit führt. Hauptsächlich Jungen sind betroffen. Verformung der Wirbelsäule, Gehschwäche, Muskelschwund.

Gleichmäßige Raumtemperatur, behindertengerechte Ausstattung, Hebeanlagen, automatische Türöffner. Armaturen mit automatischen Funktionen sind in den meisten Fällen erforderlich.

Multiple Sklerose (MS)
Symptome Maßnahmen

Eine chronisch progressive Erkrankung des zentralen Nervensystems. Kein einheitliches Krankheitsbild. Gehirn und Rückenmark sind betroffen. Fast ausschließlich junge Menschen sind betroffen.Teilweise Lähmung der Beine, des Rumpfes und der Arme. Betroffene sind häufig auf den Rollstuhl angewiesen. Greiffähigkeit und Reichweite sind betroffen.

Die Wohnung sollte rollstuhlgerecht sein, da der Krankheitsverlauf eine schwere Behinderung zur Folge hat. Des Weiteren sind Schutz vor thermischen Reizen und vor Nässe besonders vorzusehen.

Amyotrophische Lateralsklerose (ALS)
Symptome Maßnahmen
Chronische Muskelerkrankung. Im fortgeschrittenen Stadium ist der Patient auf den Rollstuhl angewiesen. Die Greiffähigkeit ist häufig eingeschränkt. Die Betroffenen sind auf tägliche Pflege angewiesen.

Gleichmäßige Raumtemperatur, behindertengerechte Ausstattung, Hebeanlagen, automatische Türöffner. Armaturen mit automatischen Funktionen sind in den meisten Fällen erforderlich.

Morbuns Parkinson
Symptome Maßnahmen
Chronische Gehirnerkrankung. Im fortgeschrittenen Stadium ist der Patient auf den Rollstuhl angewiesen. Die Greiffähigkeit ist häufig eingeschränkt. Die Betroffenen sind auf tägliche Pflege angewiesen.

Behindertengerechte, für Rollstuhlbenutzer geeignete Wohnung mit sorgfältiger Ausstattung des Sanitärbereiches.

Schlaganfall und andere Hirnschädigungen
Symptome Maßnahmen
Häufige einseitige Gesichtsmuskellähmung, unterschiedlich ausgeprägte, schlaffe Halbseitenlähmung. Seh- und Sprachstörungen. Spastische Lähmungen. Der Patient ist je nach Umfang der Schädigung auf die Versorgung mit orthopädischen Schuhen, Gehhilfen oder auf den Rollstuhl angewiesen. Zusätzlich ist der Greifbereich der Betroffenen mehr oder minder eingeschränkt. Der Verlust oder die Fehlbildung der oberen Extremitäten führt zu Störungen in den Greif- und Haltefunktionen sowie in Abstütz- und Ausgleichsbewegungen. Berücksichtigung des verbliebenen Greifradius. Vermeidung von Gefahrenquellen innerhalb der Wohnung. Armaturen, Schalter, Öffner so gestalten, dass sie mit einer Hand betätigt werden können. Rutschfeste Unterlagen. Es müssen alle Stolperstellen entfernt  werden.
Behindertengerechte, für Rollstuhl-benutzer geeignete Wohnung mit sorgfältiger Ausstattung des Sanitär-bereiches für gehbehinderte Personen oder Rollstuhlfahrer. Halte- und Stütz-möglichkeiten im Sanitärbereich.
Rheuma, Arthritis (Entzündung), Arthrose (Verschleiß)
Symptome Maßnahmen
a) Entzündliches Rheuma fortlaufende Entzündung der Gelenke. derWirbelsäule, des gesamten Organismus. Am häufigsten sind Finger-, Hand-, Fuss- und Kniegelenke betroffen; imfortgeschrittenen Stadium kann es zurvölligen Versteifung derWirbelsäule kommen
b) Degenerativer Rheumatismus Entsteht durch Über- und Fehlbelastungen, schmerzhafte Bewegungseinschränkungen
c) Extraartikularer Rheumatismus Entsteht häufig durch einseitige Belastung.Steifigkeit einzelner Muskelgruppen
Einfach bedienbare Griffe und Armaturen sollten vorhanden sein, Vermeiden von Stufen und Treppen.
Behindertengerechte, für Rollstuhl-Benutzer geeignete Wohnung mit sorgfältiger Ausstattung des Sanitär-bereiches für gehbehinderte Personen oder Rollstuhlfahrer. Halte- und Stütz-möglichkeiten im Sanitärbereich.
Vermeidung von Kanten und scharfkantigen Armaturen. Leichtgängige Türen und Fenster, Treppen und Auskragungen, extra Geländer, Handläufe an Fluren, Arbeitsbereiche unterfahrbar.
Hüftversteifung
Symptome Maßnahmen
Ein- oder beidseitige Bewegungseinschrängkung in Folge von chronischen Abnutzungserscheinungen oder Hüftverrenkung. Möglichst stufenlose Wohnung. Vermeiden von Treppen, im Sanitärbereich WC höhen verstellbar, Wanne mit Einstieggriffen versehen.
Osteoporose
Symptome Maßnahmen

Schwund der festen Knochen-masse, der im Altersprozess auftritt, kann krankhaft bei Entzündungen z.B. der Wirbelsäule auftreten.

Es müssen alle Stolperstellen entfernt und alle kanten und Ecken entschärft werden z.B. durch Abpolsterungen, da Knochenbrüche sehr leicht schon bei weniger heftigen Berührungen auftreten können.
Kleinwuchs
Symptome Maßnahmen
Angeborene Aufbaustörung des Skeletts. Die Beeinträchtigung besteht in der Körpergröße.

Gebäudeeinrichtungen sind nicht auf die Körpergröße Kleinwüchsiger abgestimmt. Daher ist eine ange-
paßte Ausstattung notwendig.

Geistige Behinderung
Symptome Maßnahmen
Je nach Schweregrad wird eine unterschiedlich hohe Selbst-ständigkeit erreicht, meist jedoch nicht ohne Fremdhilfe. Zusammen mit der geistigen Behinderung können zusätzlich körperliche Einschränkungen auftreten. Sie können geschriebene Informationen nicht verstehen. Sie sind auf Bilder und Piktogramme angewiesen. Vermeidung von Gefahrenquellen innerhalb der Wohnung. Halte- und Stützmöglichkeiten im Sanitärbereich. Liegen zum Säubern, genügend Platz für Essenshilfen.
Gut erkenntliche und einfache Bildersprache
Einschränkung der Sehfähigkeit, Farbenblindheit, Blindheit
Symptome Maßnahmen
Die Orientierung erfolgt bei eingeschränkter Sehfähigkeit bis zur Blindheit vermehrt über akustische Signale. Eine Reiz-aufnahme erfolgt über Gehör- und Tastsinn, bei Farben-blindheit über die Unter-scheidung der Helligkeitsgrade.

Soweit noch Sehfähigkeit vorhanden ist, muss eine gute Ausleuchtung gewährleistetet sein, insbesondere
der Treppen, Durchgänge und Flure. Kontrastfarben erleichtern die Orientierung, keine spiegelnden Untergründe, Unterstützung mit akustischen Zeichen

Einschränkungen der Hörfähigkeit, Schwerhörigkeit, Taubheit
Symptome Maßahmen
Soweit die Hörschädigung noch nicht vorangeschritten ist, sind Hörgeräte in der Lage, die Ein-schränkungen zu kompen-sieren. Sonst müssen Signal-geber umprogrammiert werden zur Aufnahme der Reize über den Tastsinn bzw. über Licht-reize. Leuchtsignale in den Zimmern für Türöffner und Telefone. In der Küche optische Signale der Geräte. Verbesserung der Sichtkontakte.

Im Alter können folgende Probleme zu Behinderung führen:

Organ / System mögliche Probleme Anforderungen an Wohnraum
Herz

verminderte Leistungsfähigkeit bei körperlicher Belastung

Steigungen, Treppen, Rampen etc. alten- bzw. behindertengerecht, Erholungsmöglichkeiten

Lunge abnehmender Luftaustausch erhöhter Frischluftbedarf, gute Luft- und Umwelt-qualität

Muskulatur,

Gelenke
nachlassende Funktionstüchtigkeit Fusswege, Höhen-unterschiede, Aktionsradius, Erholungs-möglichkeiten
Augen Einschränkung des Sehfeldes, Weitsichtigkeit, geringere Adaptationsfähigkeit Beschriftungen, Symbole etc., Beleuchtung, Lichtschwankungen, Orientierbarkeit
Ohren Altersschwerhörigkeit, Abnahme der oberen Hörgrenze, Verschlechterung des Sprachgehörs Türglocken, Sprechanlagen
Gehirn

abbauendes Gedächtnis, Konzentrations-, Anpassungs- und Kontaktfähigkeit,
Raum und Tastsinn

Orientierungshilfen, Kennzeichnungen, Räumlichkeit, Kommunikationsmöglichkeiten
Gesamt Labile Gesundheit, schwächeres Reaktionsvermögen, verstärkte Unfall-gefährdung Betreuungs- und Pflegemöglichkeiten, Sicherheitsmassnahmen

 

 

 
 
 

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